Aragón
Aragón – Garnacha, Höhenlagen und spanische Ursprünglichkeit
Aragón gehört zu den ursprünglichsten Weinlandschaften Spaniens. Zwischen Pyrenäen, Ebro-Tal und kargen Hochflächen entstehen hier Weine, die lange im Schatten berühmter Regionen standen – heute jedoch zu den spannendsten Herkunftsweinen des Landes zählen.
Die Region steht für alte Garnacha-Reben, extreme Klimabedingungen und eine neue Generation von Winzern, die das Potenzial dieser historischen Weinlandschaft neu definieren.
Aragón ist kein lautes Weinland.
Es ist ein stilles – mit beeindruckender Tiefe.
Aragón in 30 Sekunden erklärt
Aragón liegt im Nordosten Spaniens und gilt als historische Heimat der Garnacha. Alte Reben, karge Böden und hochgelegene Weinberge prägen kraftvolle, mineralische Rotweine mit Frische und Struktur. Regionen wie Campo de Borja, Calatayud und Somontano stehen heute für eine neue Qualität und Herkunftsorientierung.
Lage und geografischer Rahmen
Aragón liegt im Nordosten Spaniens zwischen Navarra, Katalonien und Kastilien. Die Region umfasst ein großes, teils gebirgiges Gebiet rund um das Ebro-Tal und die Ausläufer der Pyrenäen.
Weinbau findet vor allem in drei Zonen statt:
- Somontano (nördlich, nahe Pyrenäen)
- Campo de Borja
- Cariñena
- Calatayud
Viele Weinberge liegen in Höhen zwischen 400 und über 900 Metern. Diese Höhenlagen sind entscheidend für Frische und Struktur.
Klima – Extreme und Höhenlagen
Aragón ist klimatisch von starken Gegensätzen geprägt:
- heiße, trockene Sommer
- kalte Winter
- starke Winde (Cierzo)
- große Tag-Nacht-Unterschiede
- sehr geringe Niederschläge
Diese Bedingungen führen zu:
- kleinen, konzentrierten Trauben
- niedrigen Erträgen
- hoher Aromendichte
- stabiler Säure durch Höhenlagen
Besonders alte Reben profitieren von tiefen Wurzeln und liefern sehr ausdrucksstarke Weine.
Böden und Terroir
Die Böden Aragons sind karg und mineralisch. Häufige Bodentypen:
- Schiefer
- Kalkstein
- Kies
- Ton
- eisenhaltige Böden
Diese Böden speichern wenig Wasser und zwingen Reben zu tiefem Wurzelwachstum.
Das Ergebnis sind Weine mit Struktur, Mineralität und Konzentration.
Garnacha – die Seele Aragons
Aragón gilt als historische Heimat der Garnacha (Grenache). Viele der ältesten Rebanlagen Spaniens stehen hier, teilweise über 60–100 Jahre alt.
Typische Eigenschaften:
- rote und dunkle Frucht
- Wärme und Fülle
- bei alten Reben enorme Eleganz
- würzige Mineralität
- weiche, aber präsente Tannine
Moderne Interpretationen setzen zunehmend auf:
- Einzellagen
- weniger Holz
- mehr Frische
- Herkunftsbetonung
Damit zählt Aragón heute zu den spannendsten Garnacha-Regionen weltweit.
Weitere Rebsorten
Neben Garnacha spielen auch andere Sorten eine Rolle.
Rot
- Cariñena (Carignan)
- Tempranillo
- Syrah
- Cabernet Sauvignon
Weiß
Trotz internationaler Sorten bleibt Garnacha das Herz der Region.
Wichtige Herkunftsgebiete
Campo de Borja
Bekannt als „Reich der Garnacha“.
Alte Reben und kraftvolle, zugleich elegante Weine.
Calatayud
Hochgelegene Weinberge bis über 900 m.
Konzentrierte, mineralische Garnacha mit Frische.
Cariñena
Historische Region mit großem Volumen, zunehmend auch hochwertig.
Strukturierte Rotweine und traditionelle Stilistik.
Somontano
Nahe der Pyrenäen.
Kühler, moderner Stil mit breiter Rebsortenvielfalt.
Stilistik der Weine
Aragón steht für kraftvolle, aber zunehmend präzise Weine.
Typisch:
- reife Frucht
- würzige Mineralität
- mittlere bis hohe Struktur
- warme Stilistik mit Frische durch Höhe
- gutes Reifepotenzial
Die Region entwickelt sich von volumenorientierter Produktion hin zu terroirbetonten Spitzenweinen.
Bedeutung der Region heute
Aragón erlebt eine qualitative Renaissance. Alte Garnacha-Reben, geringe Erträge und neue Winzergenerationen rücken die Region wieder in den Fokus internationaler Aufmerksamkeit.
Aragón steht heute für:
- ursprünglichen spanischen Weinbau
- alte Rebanlagen
- Garnacha auf Weltklasse-Niveau
- Höhenlagen-Weinbau
- starke Herkunftsidentität
Die Region gehört zu den spannendsten Entdeckungen Spaniens.
Der Weinflüsterer-Moment
Aragón wirkt rau.
Wind, Stein und Höhe formen eine Landschaft, die nichts verschenkt.
Doch genau darin liegt ihre Stärke.
Alte Reben erzählen hier von Zeit, nicht von Trends.
Wer Aragón versteht, erkennt den Moment,
in dem Ursprünglichkeit zu Eleganz wird.
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