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Heinrich Buchmann  Wein-und Genussexperte (IHK)  

Albarossa

Albarossa – Piemonts leiser Geheimtipp mit Charakter


Albarossa in 30 Sekunden erklärt
Albarossa ist eine seltene rote Rebsorte aus dem Piemont und eine Kreuzung aus Barbera und Nebbiolo. Sie verbindet dunkle Frucht, frische Säure und feine Tannine mit würziger Tiefe.
Die Weine sind strukturiert, elegant und perfekte Essensbegleiter zu Pasta, Fleisch oder gereiftem Käse. Noch ein Geheimtipp – aber einer mit großem Potenzial.


Herkunft & Bedeutung der Rebsorte
Albarossa ist eine seltene rote Rebsorte aus dem Piemont und eine der spannendsten modernen Kreuzungen Italiens. Sie entstand in den 1930er-Jahren durch Professor Giovanni Dalmasso, der zwei große piemontesische Reben vereinen wollte: Barbera und Nebbiolo.


Das Ziel war klar:
die Frische und Frucht der Barbera mit der Struktur und Tiefe des Nebbiolo verbinden.
Lange blieb Albarossa nahezu unbekannt. Erst in den letzten zwei Jahrzehnten entdecken ambitionierte Winzer im Monferrato, in den Colli Tortonesi und rund um Asti ihr Potenzial neu. Heute gilt sie als Insider-Rebsorte für Liebhaber authentischer, charaktervoller Piemont-Weine.


Charakter & Stil von Albarossa-Weinen
Albarossa vereint zwei Welten:
die saftige Frucht der Barbera und die Struktur des Nebbiolo.
Typisch sind:

  • tiefe Farbe
  • mittlerer bis kräftiger Körper
  • präsente, aber reife Tannine
  • lebendige Säure
  • große aromatische Tiefe

Viele Winzer bauen Albarossa im Holz aus oder lassen ihr Zeit auf der Flasche. Dadurch entstehen Weine mit erstaunlicher Komplexität und Lagerfähigkeit.


Stilistisch bewegt sich Albarossa zwischen:

  • Barbera (Frucht & Frische)
  • Nebbiolo (Struktur & Würze)
  • Syrah (Dunkelheit & Tiefe)

Das Ergebnis ist eigenständig, nicht kopiert.


Typische Aromen von Albarossa
Albarossa zeigt ein dunkles, tiefes Aromenspektrum.
Frucht

  • Schwarzkirsche
  • Brombeere
  • Pflaume
  • dunkle Waldfrucht

Würze

  • schwarzer Pfeffer
  • Lakritz
  • Kakao
  • mediterrane Kräuter
  • Tabak
  • Leder
  • dunkle Schokolade
  • feine Röstaromen

Mit etwas Reife wird Albarossa deutlich komplexer und erinnert an hochwertige piemontesische Rotweine – bleibt aber zugänglicher.


Anbaugebiete: Wo Albarossa wächst
Piemont – Kerngebiet
Albarossa ist fast ausschließlich im Piemont zu finden.


Wichtige Zonen:

  • Monferrato
  • Colli Tortonesi
  • Asti Umgebung
  • vereinzelt Langhe

Die besten Beispiele stammen von kleinen Qualitätswinzern, die bewusst auf autochthone Rebsorten setzen.


Außerhalb Italiens
Nahezu keine Bedeutung.
Albarossa bleibt eine echte Nischenrebe mit starkem regionalem Fokus.


Foodpairing: Wozu passt Albarossa?
Albarossa ist ein idealer Essenswein – strukturiert, aber nicht schwer.
Perfekt zu:

  • Pasta mit Ragù
  • geschmortem Fleisch
  • Ossobuco
  • Pilzgerichte
  • gereiftem Käse
  • Grillfleisch

Überraschend gut zu:

  • Trüffelgerichten
  • Aubergine
  • Lamm
  • herbstlicher Küche

Seine Kombination aus Säure und Struktur macht ihn extrem vielseitig.


Serviertemperatur & Lagerfähigkeit
Trinktemperatur: 16–18 °C
Glas: Burgunder- oder großes Rotweinglas
Dekantieren: bei jungen Weinen empfohlen
Lagerfähigkeit:

  • einfache Albarossa: 4–6 Jahre
  • hochwertige: 8–12 Jahre möglich

Mit Reife entstehen mehr Würze, Tiefe und Eleganz.


Warum Albarossa entdecken?
Albarossa ist eine Rebsorte für Entdecker.
Sie verbindet piemontesische Tradition mit moderner Eigenständigkeit.
Wer Barbera oder Nebbiolo mag, findet hier:

  • mehr Tiefe als Barbera
  • zugänglicher als Nebbiolo
  • eigenständigen Charakter
  • echtes Insider-Potenzial

Noch selten. Noch unterschätzt. Genau deshalb spannend.


Für wen lohnt sich Albarossa?
Ideal für:
Liebhaber piemontesischer Rotweine
Barbera- und Nebbiolo-Fans
Entdecker autochthoner Rebsorten
strukturierte, elegante Rotweine
Foodpairing-orientierte Weintrinker
Ein Wein für alle, die bekannte Wege verlassen wollen – ohne auf Qualität zu verzichten.

Der Weinflüsterer-Moment
Ein Schluck Albarossa und du merkst:
Das ist Piemont – aber anders.
Dunkle Kirsche, etwas Würze, Struktur ohne Härte.
Ein Wein, der nicht beeindrucken will, sondern bleibt.
Und genau deshalb immer wieder ins Glas zurückzieht.

 
 
 
 
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