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Heinrich Buchmann  Wein-und Genussexperte (IHK)  

Burgund (Bourgogne)

Terroir, Tradition und die Essenz großer Weine


Burgund gehört zu den ältesten und renommiertesten Weinregionen der Welt.
Hier steht nicht das Weingut im Mittelpunkt, sondern der Ort, der Boden und die Lage. 

Kaum eine Region prägt den weltweiten Terroir-Gedanken so konsequent wie die Bourgogne.
Mit nur zwei dominierenden Rebsorten – Pinot Noir und Chardonnay – entstehen Weine von faszinierender Vielfalt, Tiefe und Eleganz. Burgund ist kein lauter Wein. Es ist ein präziser.


Lage & geographischer Überblick
Das Weinbaugebiet Burgund erstreckt sich von Nord nach Süd über mehrere klar abgegrenzte Teilregionen:
Chablis – isoliert im Nordwesten
Châtillonnais – nördlich von Dijon
Côte d’Or – das Herz Burgunds
Côte de Nuits
Côte de Beaune
Côte Chalonnaise
Mâconnais

Diese Nord-Süd-Achse erklärt bereits einen Großteil der stilistischen Unterschiede:
von kühl, straff und mineralisch im Norden bis rund, fruchtbetont und sonniger im Süden.
Klima – Präzision statt Opulenz
Burgund ist überwiegend kontinental geprägt:
Kalte Winter
Warme Sommer
Hohe Spätfrostgefahr im Frühjahr
Lange Vegetationsperiode

Die Reife verläuft langsam – besonders wichtig für Pinot Noir und Chardonnay.
Das Ergebnis sind Weine mit klarer Säurestruktur, moderatem Alkohol und großer aromatischer Präzision.
Böden – das Fundament des Geschmacks
Der Schlüssel zum Burgund liegt im Boden.
Kalkstein & Mergel dominieren
Unterschiedliche Schichten aus dem Jura prägen jede Lage
Kleinste Veränderungen im Untergrund führen zu deutlich spürbaren Stilunterschieden
Besonders berühmt ist der Kimmeridge-Kalk in Chablis mit fossilen Meeresablagerungen, der für die typische kreidige Mineralität verantwortlich ist.


🔍 Pinot Noir & Chardonnay – Terroir-Effekt im Burgund
Warum dieselbe Rebsorte völlig unterschiedlich schmeckt
Burgund zeigt wie kaum eine andere Region, dass Rebsorten nur ein Transportmittel für Terroir sind. Pinot Noir und Chardonnay wirken hier wie feine Seismografen: Sie reagieren sensibel auf Boden, Klima und Lage – und übersetzen diese Unterschiede direkt ins Glas.


🍇 🍷 Pinot Noir – drei Gesichter des Burgunds
Côte de Nuits – Struktur & Tiefe
Was man schmeckt:
Straffe Tannine
Dunklere Frucht (Kirsche, Schwarzkirsche)
Erdige, würzige Noten
Große Lagerfähigkeit
Warum das so ist:
Kühleres Klima
Kalk- und tonreiche Böden
Ideale Hangexposition für langsame Reife
Erwartung im Glas:
Kraftvoll, ernsthaft, tief – Pinot Noir mit Rückgrat.


Côte de Beaune – Eleganz & Finesse
Was man schmeckt:
Seidige Tannine
Rote Beeren, florale Noten
Leichtere Struktur als Côte de Nuits
Warum das so ist:
Etwas wärmeres Mikroklima
Mehr Mergelanteile im Boden
Pinot reift harmonischer, weniger streng
Erwartung im Glas:
Elegant, ausgewogen, charmant – Pinot Noir mit Anmut.


Côte Chalonnaise – Frucht & Zugänglichkeit
Was man schmeckt:
Saftige Frucht
Weichere Tannine
Früh trinkbar
Warum das so ist:
Weniger extreme Lagen
Wärmeres Klima
Frucht steht stärker im Vordergrund als Struktur
Erwartung im Glas:
Unkompliziert, animierend, burgundisch ohne Barriere.


🍇 🥂 Chardonnay – drei Ausdrucksformen
Chablis – Mineralität & Spannung
Was man schmeckt:
Hohe Säure
Zitrus, grüner Apfel
Kreide, Feuerstein, Salz
Warum das so ist:
Kühles Klima
Kimmeridge-Kalk mit fossilen Ablagerungen
Kaum Holzeinsatz
Erwartung im Glas:
Kühl, puristisch, präzise – Chardonnay wie geschliffener Stein.


Côte de Beaune – Komplexität & Tiefe
Was man schmeckt:
Balance aus Frische & Cremigkeit
Nussige, buttrige, florale Noten
Langer Nachhall
Warum das so ist:
Ausgewogenes Klima
Hochwertige Kalk-Mergel-Böden
Gezielter Holzeinsatz
Erwartung im Glas:
Vielschichtig, elegant, lagerfähig – großer Chardonnay.


Mâconnais – Rundheit & Trinkfluss
Was man schmeckt:
Reife Frucht (Birne, Pfirsich)
Weiche Säure
Saftiger Körper
Warum das so ist:
Wärmeres Klima
Schnellere Reife
Weniger Fokus auf extreme Mineralität
Erwartung im Glas:
Sonnig, zugänglich, genussorientiert.

Historischer Ursprung der Climats
Bereits im Mittelalter begannen Benediktiner- und Zisterziensermönche, Weinberge systematisch zu beobachten. Über Generationen hinweg erkannten sie, dass bestimmte Parzellen konstant bessere, komplexere Weine hervorbrachten als andere.
Diese Parzellen wurden: klar abgegrenzt, benannt, getrennt gelesen, separat vinifiziert
So entstand das heute weltweit einzigartige System der Climats, das 2015 als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt wurde.
Beispiele berühmter Climats
Clos de Vougeot
Ein großer, von Mauern umgebener Weinberg, angelegt im 12. Jahrhundert von Zisterziensermönchen. Trotz einheitlicher Lage zeigen die verschiedenen Parzellen innerhalb des Clos deutlich unterschiedliche Stilistiken – ein Lehrbeispiel für Terroir-Vielfalt.
Romanée-Conti
Einer der kleinsten und berühmtesten Climats der Welt. Pinot Noir in höchster Präzision, geprägt von tiefgründigem Kalk-Mergel-Boden und idealer Hanglage.
Montrachet
Legendärer Chardonnay-Climat an der Grenze zwischen Puligny- und Chassagne-Montrachet. Kraft, Eleganz und Mineralität in perfekter Balance.
Climats und Klassifikation
Die burgundische Klassifikation basiert direkt auf den Climats:
Village-Weine stammen aus weniger exponierten Lagen
Premier Crus aus besonders hochwertigen Climats
Grand Crus aus den historisch besten Parzellen
Je präziser der Climat, desto höher die Qualität – und meist auch der Preis.

Merksatz
Im Burgund entscheidet nicht die Rebsorte über die Qualität – sondern der Quadratmeter.


Klassifikation – Herkunft vor Name
Das burgundische Klassifikationssystem bewertet Lagen, nicht Weingüter:
Régional (Bourgogne AOC)
Village (Ortsweine)
Premier Cru (Erste Lagen)
Grand Cru (Spitzenlagen)

Je präziser die Herkunft, desto höher die Qualität – und meist auch der Preis.

Climats & die Rolle der Mönche
Bereits im Mittelalter begannen Benediktiner- und Zisterziensermönche, Weinberge systematisch zu beobachten, abzugrenzen und getrennt zu vinifizieren. Sie erkannten, dass kleinste Unterschiede im Boden und in der Lage zu deutlich unterschiedlichen Weinen führen.
So entstand das Konzept der Climats:
klar definierte Weinbergparzellen mit eigener geschmacklicher Identität.
Diese Climats sind heute UNESCO-Weltkulturerbe.


Warum Burgund weltweit Maßstab ist
Extrem präzises Terroir-Verständnis
Jahrhundertealte Lagenbewertung
Rebsorten in höchster Ausdrucksform
Einfluss auf Weinbau, Ausbildung und Bewertung weltweit
👉 Bordeaux klassifiziert Châteaux.
👉 Burgund klassifiziert Böden.
Fazit
Burgund ist kein Wein für schnelle Eindrücke.
Es ist eine Region für Neugier, Geduld und Aufmerksamkeit.
Burgund ist kein Geschmack – es ist Herkunft.


Ein Climat ist eine Identität – ein Clos ist ihr Rahmen

Die Rolle der Mönche im Burgund
Historischer Hintergrund
Ab dem 9. Jahrhundert
Vor allem:
Benediktiner (Abtei Cluny)
Zisterzienser (Abtei Cîteaux)
Klöster besaßen große Weinberge
→ Wein war liturgisch, wirtschaftlich und medizinisch wichtig
Beobachtung statt Technik
Die Mönche arbeiteten nicht mit Chemie oder Maschinen, sondern mit:
Geduld
Langzeitbeobachtung
Vergleich über Jahrzehnte
👉 Sie erkannten, dass kleinste Unterschiede im Boden und in der Lage zu deutlich unterschiedlichen Weinen führen.
Geburtsstunde des Terroir-Gedankens
Parzellen wurden: abgegrenzt, benannt, getrennt gelesen und vinifiziert
Erste systematische Trennung von Weinbergen nach Qualität
📌 Das ist der Ursprung der heutigen Climats.
Beispiel: Clos de Vougeot
Um 1110 von Zisterziensern angelegt
Ummauerter Weinberg (Clos)
Heute:
Grand Cru
Symbol für klösterliche Präzision
Zeigt, wie unterschiedlich Terroir innerhalb eines Weinbergs sein kann
Dokumentation & Weitergabe
Mönche führten detaillierte Aufzeichnungen:
Erträge, Reife, Qualität, Witterung
Dieses Wissen wurde über Generationen weitergegeben – einzigartig in der Weinwelt.
Langfristige Wirkung
Grundlage des burgundischen Klassifikationssystems
Einfluss auf:
moderne Appellationen, Lagenbewertung, weltweites Terroirverständnis
👉 Bordeaux klassifiziert Châteaux,
👉 Burgund klassifiziert Böden – dank der Mönche.


Merksatz
Die Mönche machten aus Weinbau Wissenschaft – und aus Burgund ein Lehrbuch.


Klima & Klimawandel – Burgund im Wandel
Das klassische Bild des kühlen, säurebetonten Burgunds verändert sich. Der Klimawandel beeinflusst die Region spürbar – und zwingt Winzer dazu, traditionelle Arbeitsweisen neu zu denken, ohne den Charakter der Weine zu verlieren.
Spätfrost – die größte Gefahr
Durch mildere Winter beginnt der Rebaustrieb früher. Gleichzeitig bleiben Frühjahrsfröste ein großes Risiko – oft mit gravierenden Ertragseinbußen.
Typische Schutzmaßnahmen:
Frostkerzen in den Weinbergen
Beregnung (Eisschutz)
Spätere Rebschnitte zur Verzögerung des Austriebs
👉 Frost ist heute weniger ein Ausnahmeereignis als ein wiederkehrendes Risiko.
Frühere Lese – neue Realität
Die Weinlese beginnt heute häufig ein bis drei Wochen früher als noch vor wenigen Jahrzehnten.

Folgen:
Höhere physiologische Reife
Stabilere Zuckerwerte
Potenziell höherer Alkohol
Gleichzeitig versuchen Winzer, den Frische- und Säurekern der Weine zu bewahren – etwa durch präzisere Lesezeitpunkte und schonendere Vinifikation.
Stilistische Veränderungen
Der Klimawandel führt nicht zwangsläufig zu „fetterem“ Burgund – aber zu subtilen Verschiebungen:
Reifere Fruchtprofile
Weniger grüne Noten
Teilweise geringere Säure
Mehr Balance statt Strenge

Besonders kühle Regionen wie Chablis profitieren aktuell von wärmeren Jahren, während klassische Spitzenlagen der Côte d’Or gezielt angepasst bewirtschaftet werden.
Burgund zwischen Tradition und Anpassung
Burgund reagiert nicht mit radikalen Veränderungen, sondern mit Feinarbeit:
Präzisere Parzellenauswahl

Anpassung der Laubarbeit

Erhalt der Terroir-Identität
Das Ziel bleibt unverändert:
Nicht mehr Reife – sondern die richtige Reife.
Einordnung
Der Klimawandel verändert Burgund – aber er definiert es nicht neu.
Die Region zeigt, dass große Weine nicht trotz, sondern durch bewusste Anpassung entstehen.



Côte d’Or – Das goldene Herz des Burgunds
Bedeutung: „Goldener Hang“ ca. 60 km langer Kalkstein-Hang
Ideale Ost- / Südost-Exposition
Zentrum der großen Burgunderweine

Klima der Côte d’Or
Grundcharakter
Kontinental geprägt, mit atlantischem Einfluss aus Westen
Milde Winter, warme Sommer
Regelmäßige Niederschläge, meist im Frühjahr und Herbst
Hänge → bessere Drainage, weniger Frostschäden
Frühling und Herbst kühlen den Weinberg → langsame, aromatische Reifung


Mikroklima durch Hanglage
Ost-/Südost-Exposition ideal für Pinot Noir & Chardonnay
Hangneigung sorgt für:
optimale Sonnenbestrahlung
Abfluss von Regenwasser
Unterschiedliche Höhenlagen (250–450 m) beeinflussen Reifegrad:
Oben: kühler → mehr Säure, Eleganz
Unten: wärmer → reifere Früchte, etwas mehr Alkohol

Jahreszeitliche Besonderheiten
Frühling: Frostgefahr, besonders in Tälern → Schäden möglich
Sommer: Wärme sorgt für vollmundige Reifung
Herbst: Langsame Abkühlung → perfekte Balance von Säure & Zucker
Winter: Ruhephase, schützt Rebstöcke

Klimatische Herausforderungen
Späte Fröste → können Knospen zerstören
Hitzewellen → Gefahr für Pinot Noir (leichte Trauben)
Regen zur Erntezeit → Risiko von Fäulnis
Anpassungen: Drainage, Selektion der Parzellen, teilweise Schutzmaßnahmen


Merksatz zum Klima der Côte d’Or
Kontinentales Klima + Hangexposition + Mikroklima = perfekte Balance zwischen Frucht, Säure, Tannin und Mineralität.

👉 Unterteilt in:
Côte de Nuits (Norden)– Das Reich des Pinot Noir
Grundprofil
Fokus fast ausschließlich auf Rotwein
Rebsorte: Pinot Noir
Stil: kraftvoll, tief, strukturiert, langlebig
📌 Hier liegen die meisten Grand Crus des Burgunds.


Wichtige Gemeinden & Lagen

Marsannay-la-Côte
Rebsorte: Pinot Noir (Rot), Chardonnay & Rosé möglich
Stil: Leichter, fruchtiger Rotwein; zugänglich, eher früh trinkbar
Boden: Kalk & Mergel
Besonderheit: Nördlichster Weinort der Côte de Nuits, einzige Gemeinde mit Rot, Weiß und Rosé


Fixin
Rebsorte: Pinot Noir
Stil: Kräftiger, strukturierter Rotwein; würzig, etwas rustikal
Boden: Kalk & Ton
Besonderheit: Weniger bekannt, aber feine Premier Crus vorhanden
Aromen: Kirsche, Brombeere, Gewürze


Gevrey-Chambertin
Rebsorte: Pinot Noir
Stil: Maskulin, kraftvoll, tanninreich, langlebig
Boden: Kalkstein & Kies
Berühmte Climats/Grand Crus: Chambertin, Clos de Bèze
Aromen: Schwarze Früchte, Erde, Rauch, Zedernholz


Morey-Saint-Denis
Rebsorte: Pinot Noir
Stil: Verbindung von Kraft & Eleganz
Boden: Kalkstein & Mergel, exzellente Drainage
Besonderheit: Mehrere Grand Crus (Clos de la Roche, Clos Saint-Denis)
Aromen: Kirsche, Himbeere, zarte Würze, mineralischer Unterton


Chambolle-Musigny
Rebsorte: Pinot Noir
Stil: Elegant, feminin, floral, seidige Tannine
Boden: Kalkstein & Mergel
Berühmte Climats/Grand Crus: Musigny, Bonnes-Mares (Grenze zu Morey-Saint-Denis)
Aromen: Himbeere, Veilchen, Rosen, mineralisch


Vougeot
Rebsorte: Pinot Noir
Stil: Vielseitig; kann von kräftig bis elegant reichen
Boden: Kalk & Mergel
Berühmter Grand Cru: Clos de Vougeot (ummauerter Weinberg, historische Parzellen mit variabler Qualität)
Besonderheit: Lehrbeispiel, wie unterschiedlich Terroir innerhalb eines Clos sein kann

Flagey-Echézeaux
Rebsorte: Pinot Noir
Stil: Mittelkräftig bis gehaltvoll, elegante Tannine
Grand Cru: Echézeaux
Aromen: Rote Früchte, Erde, Pilze
Besonderheit: Weniger bekannt als Vosne-Romanée, aber exzellente Komplexität


Vosne-Romanée
Rebsorte: Pinot Noir
Stil: Sinnlich, komplex, legendär
Boden: Tiefgründiger Mergel & Kalk
Berühmte Climats/Grand Crus: Romanée-Conti, La Tâche, Richebourg
Aromen: Schwarze Kirsche, Pflaume, Gewürze, Trüffel, samtige Tannine
Besonderheit: Viele der teuersten Burgunder der Welt stammen von hier

Nuits-Saint-Georges
Rebsorte: Pinot Noir
Stil: Kräftig, tanninreich, etwas rustikal, langlebig
Boden: Kalk & Ton
Besonderheit: Hauptanbaugebiet südliche Côte de Nuits, solide Premier Crus, weniger Grand Crus
Aromen: Schwarze Früchte, Leder, Erde, leicht würzig

Merksatz für die Côte de Nuits:
Norden → leichter, zugänglich (Marsannay)
Zentrum → kraftvoll & komplex (Gevrey-Chambertin, Vosne-Romanée)
Süden → rustikal & langlebig (Nuits-Saint-Georges)

Berühmte Grand Crus:
Chambertin, Clos de Vougeot, Romanée-Conti, La Tâche, Musigny
Berühmte Weingüter
Domaine de la Romanée-Conti (Vosne-Romanée)
Domaine Leroy (Vosne-Romanée)
Domaine Dujac (Morey-Saint-Denis)
Château du Clos de Vougeot → historische Mönchslage, Lehrbeispiel für Clos

Hier schlägt das Herz des roten Burgunds – kleinste Parzellen, höchste Konzentration, historische Grand Crus.


Côte de Beaune – Eleganz & große Weißweine
Grundprofil

Fokus auf Chardonnay
Weltberühmte Weißweine
Auch hochwertige Rotweine (Pinot Noir)
👉 Stil: Finesse, Balance, aromatische Tiefe, elegante Tannine bei Rot


Wichtige Gemeinden & Lagen

Aloxe-Corton
Rebsorten: Pinot Noir & Chardonnay
Stil: Kraftvolle Rotweine, elegante Weißweine (Corton-Charlemagne)
Boden: Kalkstein & Mergel
Besonderheit: Einer der wenigen Orte mit beiden Farben auf Grand Cru-Niveau

Pernand-Vergelesses
Rebsorten: Rot & Weiß
Stil: Frisch, mineralisch, leichter als Aloxe-Corton
Berühmte Lagen: Corton-Charlemagne teilweise hier


Savigny-lès-Beaune
Rebsorte: Hauptsächlich Rot (Pinot Noir), wenige Weißweine
Stil: Elegant, zugänglich, mittlere Struktur
Besonderheit: Premier Crus von sehr solidem Niveau

Beaune
Herz der Region
Rebsorte: Pinot Noir & Chardonnay
Stil: Klassisch Burgund, eher zugänglich
Berühmte Premier Crus: Les Grèves, Les Bressandes, Clos des Mouches
Bedeutung: Handelszentrum & AOC-Referenz

Pommard
Rebsorte: Rotwein (Pinot Noir)
Stil: Kräftig, tanninreich, langlebig
Boden: Ton & Kalk → Struktur & Fülle
Besonderheit: Einer der robustesten Rotweine der Côte de Beaune

Volnay
Rebsorte: Rot (Pinot Noir)
Stil: Elegant, floral, weichere Tannine
Boden: Kalkstein & Mergel → Seidigkeit
Besonderheit: „Die feminine Seite der Côte de Beaune“

Meursault
Rebsorte: Weißwein (Chardonnay)
Stil: Reich, nussig, cremig, komplex
Boden: Kalk & Mergel
Besonderheit: Weltbekannt für Spitzen-Chardonnay, Lagerfähigkeit 10–15 Jahre

Puligny-Montrachet
Rebsorte: Weißwein (Chardonnay)
Stil: Präzise, mineralisch, filigran
Berühmte Grand Crus: Montrachet, Chevalier-Montrachet, Bâtard-Montrachet
Boden: Kalk & Ton → Eleganz & Mineralität
Besonderheit: „König des weißen Burgund“

Chassagne-Montrachet
Rebsorte: Weißwein (Chardonnay), auch Rot
Stil: Kraftvoll, komplex, langlebig
Berühmte Grand Crus: Montrachet, Bâtard-Montrachet
Boden: Kalk & Ton → perfekte Balance zwischen Finesse & Kraft

Santenay
Rebsorte: Rot (Pinot Noir) und Weiß (Chardonnay)
Stil: Solide, fruchtbetont, zugänglich
Boden: Kalk & Ton
Besonderheit: südlichster Bereich, etwas rustikaler, oft gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

Die Côte de Beaune schenkt Eleganz, Weißwein-Grand Crus und samtige Pinot Noirs – weiblicher, filigraner als die Côte de Nuits.


🟡 Berühmte Premier Cru:
Meursault: Les Perrières, Les Charmes; Volnay: Les Caillerets, Les Santenots
Pommard: Les Rugiens, Les Pézerolles; Chassagne-Montrachet: Morgeot, Cailleret
Beaune: Les Bressandes, Les Grèves



Côte Chalonnaise 


Lage
Südlich der Côte de Beaune, nördlich von Mâcon
25 km lang, schmaler Streifen entlang des Hangs

Klima 
Atlantisch-mäßig, etwas wärmer als nördliches Burgund

Rebsorten
Rotwein: Pinot Noir, oft leichter als Côte de Nuits / Beaune
Weißwein: Chardonnay
Rosé: Geringer Anteil, oft aus Pinot Noir

Stil
Rot: Fruchtbetont, zugänglich, mittlerer Körper, weichere Tannine
Weiß: Frisch, elegant, mineralisch
Weniger extrem als Grand Crus der Côte d’Or, oft früher trinkbar

Wichtige Gemeinden & Appellationen
Mercurey
Hauptort der Côte Chalonnaise
Rotwein-Fokus, Pinot Noir
Stil: Kraftvoll, würzig, etwas erdig
Premier Cru: Clos du Roi, La Mission
Weißwein: Chardonnay, oft frisch und mineralisch


Givry
Rotwein aus Pinot Noir
Stil: Leicht, fruchtbetont, zugänglich
Premier Cru: Les Cras, Clos du Cellier aux Moines
Weißwein: Chardonnay, fruchtig


Rully
Bekannt für Weißwein (Chardonnay) und Rotwein (Pinot Noir)
Stil: Weiß trocken & mineralisch, Rot leicht & elegant
Premier Cru: Les Cloux, La Faverie
Besonderheit: Auch Schaumweine (Crémant de Bourgogne)

Montagny
Weißwein-Region, 100% Chardonnay
Stil: Frisch, knackig, mineralisch
Premier Cru: Les Coères, La Grande Roche
Keine Rotweine von Bedeutung


Bouzeron
Weißwein aus Aligoté
Einziger Ort in Burgund mit Aligoté AOC
Stil: Frisch, leicht, aromatisch, ideale Begleiter zu Vorspeisen


Besonderheiten der Côte Chalonnaise
Preis-Leistungs-Gigant: Weine deutlich günstiger als Côte d’Or
Früh trinkbar: Rotweine weniger tanninreich → schneller genießbar
Große Vielfalt: Rot, Weiß, etwas Rosé, Schaumwein
Historische Appellationen: Mercurey ist schon seit dem 14. Jahrhundert bekannt
Boden: Kalk & Mergel, etwas toniger als Côte de Beaune → fruchtige Weine


Klein, charmant, zugänglich – die Côte Chalonnaise liefert burgundische Eleganz ohne Côte-d’Or-Preise.


Mâconnais 


Lage
Südlich der Côte Chalonnaise
Ca. 35 km lang, hügelige Landschaft
Nähe zum Beaujolais → spürbar wärmeres Klima


Klima
Deutlich wärmer als Côte d’Or
Mehr Sonne, weniger Frost
Schnellere Reife → weichere Säure, reifere Frucht


Rebsorten & Stil
Weißwein:
Chardonnay dominiert (klarer Fokus)

Rotwein
Pinot Noir & Gamay
Stil: leicht, fruchtig, unkompliziert
Deutlich weniger bedeutend als Weißwein

Stil:
Fruchtbetont (Apfel, Birne, Zitrus)
Weicher, runder, weniger mineralisch
Oft wenig oder kein Holz

Wichtige Appellationen im Mâconnais
Mâcon AOC
Basis-Appellation
Weiß, Rot, Rosé möglich
Stil: Frisch, leicht, unkompliziert


Mâcon-Villages
Nur Weißwein (Chardonnay)
Mehr Qualität als Mâcon AOC
Gute Balance aus Frucht & Frische


Pouilly-Fuissé
⭐ Top-Appellation des Mâconnais
Rebsorte: Chardonnay
Stil: Komplex, elegant, mineralisch
Aromen: Pfirsich, Zitrus, Haselnuss
Seit 2020: Premier Crus offiziell anerkannt

Pouilly-Loché
Chardonnay
Stil: Frischer, straffer als Pouilly-Fuissé
Mineralisch, floral


Pouilly-Vinzelles
Chardonnay
Stil: Elegant, aromatisch, präzise


Saint-Véran
Chardonnay
Stil: Sehr zugänglich, rund, harmonisch
Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis

Besonderheiten des Mâconnais
Beste Preis-Leistung in Burgund
Fokus auf Chardonnay ohne Überextraktion
Weniger Hierarchie → kaum Grand Crus
Weine oft früh trinkbar, aber gute Lagen reifen 5–10 Jahre
Landschaftlich spektakulär (Kalkfelsen von Solutré & Vergisson)


Sonne, Chardonnay und Charme – das Mâconnais ist Burgund zum Genießen.

Châtillonnais 
Lage
Ganz im Norden Burgunds, oberhalb von Chablis
Rund um die Stadt Châtillon-sur-Seine
Übergang Richtung Champagne
Klima
Kühl-kontinental, noch kälter als Chablis
Hohe Frostgefahr im Frühjahr
Lange Vegetationsperiode
Ideal für hohe Säure und feine Aromatik
Rebsorten
Pinot Noir
Chardonnay
Geringe Mengen Aligoté
Weinstil
Stillweine
Weiß: schlank, frisch, mineralisch
Rot: leicht, elegant, hohe Säure, wenig Alkohol
Schaumwein (Hauptbedeutung!)
⭐ Crémant de Bourgogne
Sehr hoher Qualitätsstandard
Klassische Flaschengärung
Chardonnay & Pinot Noir dominieren
📌 Das Châtillonnais ist eines der wichtigsten Zentren für Crémant de Bourgogne.


Appellationen
Bourgogne Châtillonnais
Weiß, Rot & Rosé
Stil: kühl, elegant, puristisch
Meist kleine, handwerkliche Betriebe
Crémant de Bourgogne
Wichtigste Produktionsform der Region
Frisch, präzise, cremige Perlage
Stark champagnerähnlicher Stil


Boden & Terroir
Kimmeridge-Kalk & Jurakalk
Sehr gute Drainage
Hohe Mineralität
Enge geologische Verwandtschaft mit Chablis & Champagne
Besonderheiten des Châtillonnais
Nördlichste Burgund-Region
Stärkste Ausrichtung auf Schaumwein
Sehr handwerklich & kleinstrukturiert
Hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis
Historisch älterer Weinbau als in Teilen der Côte d’Or


Das Châtillonnais ist Burgunds kühle, schäumende Seele.


Chablis – die kühlste und mineralischste Stimme Burgunds



Lage
Nördlich von der Côte d’Or, isoliert vom restlichen Burgund
Département Yonne
Rund um das Städtchen Chablis
Geologisch näher an Champagne als an Côte de Beaune


Klima
Kühl-kontinental
Lange, kalte Winter
Hohe Spätfrostgefahr (Frühjahr = größtes Risiko)
Kurze Sommer → langsame Reife
Ergebnis: hohe Säure, niedriger Alkohol
📌 Frostschutz (Kerzen, Beregnung) ist prägend für Chablis.
Böden – der Schlüssel zu Chablis


Kimmeridge-Kalk
Jurazeit (ca. 150 Mio. Jahre alt)
Kalk + Ton + fossile Austern (Exogyra virgula)
Verantwortlich für:
Kreidige Mineralität
Salzigkeit
Feuerstein-Noten
Grand & Premier Crus fast ausschließlich auf Kimmeridge

Portland-Kalk
Jünger, weniger fossilreich
Weniger mineralisch
Typisch für Petit Chablis


Rebsorte
🍇 100 % Chardonnay
(keine Ausnahmen erlaubt)


Klassifikationssystem – von frisch bis monumental


Petit Chablis
Höhere Lagen, Portland-Kalk
Sehr frisch, leicht, zitronig
Trinkreif jung
Chablis
Tal- & Hanglagen
Klassischer Chablis-Stil
Apfel, Zitrus, Kalk
Chablis Premier Cru
40 offiziell anerkannte Climats
Rechter & linker Serein-Ufer
Mehr Tiefe, Länge, Struktur
Bekannte Premiers Crus:
Montée de Tonnerre
Vaillons
Fourchaume
Montmains
Chablis Grand Cru
🏆 7 Climats, alle: Süd-/Südwestexposition
Rechtes Ufer des Serein
Kimmeridge-Kalk
Die 7 Grand Crus:
Les Clos, Vaudésir, Valmur, Grenouilles, Bougros, Preuses, Blanchot


Stil:
Kraft + Präzision
Salzige Tiefe
10–20 Jahre Lagerfähigkeit

Ausbau & Stilistik
Edelstahl dominiert
Holz nur sehr dezent (große, gebrauchte Fässer)
Ziel: Terroir, nicht Toast

Aromaprofil
Grüner Apfel, Zitrone, Limette
Kreide, Muschelkalk
Feuerstein
Salzig-mineralischer Nachhall

Kimmeridge-Kalk in Reinform
Warum Chablis einzigartig ist
Kühles Klima → maximale Spannung
Rebsorten-Monokultur
Mineralität statt Opulenz
Weltweiter Referenzstil für „kühlen Chardonnay“


Merksatz Chablis
Chablis ist kein fetter Chardonnay – Chablis ist flüssiger Kalkstein.




Welches Burgund passt zu mir?
Eine kurze Orientierung für Einsteiger
Burgund ist vielfältig – und genau das macht die Wahl oft schwierig.
Diese kleine Übersicht hilft dabei, den eigenen Geschmack schnell einzuordnen.


🥂 Frisch & mineralisch
➡️ Chablis
Kühl, klar, präzise
Hohe Säure, wenig Holz
Ideal für Liebhaber von Spannung und Frische
Typisch: Zitrus, grüner Apfel, Kreide, Feuerstein
Perfekt zu: Meeresfrüchten, Austern, Fisch


🌼 Elegant & komplex
➡️ Côte de Beaune
Ausgewogen, vielschichtig
Feine Cremigkeit bei Weißweinen
Seidige Struktur bei Rotweinen
Typisch: Chardonnay mit Tiefe, Pinot Noir mit Finesse
Perfekt zu: Geflügel, Kalb, feiner Küche


🍒 Kraftvoll & tief
➡️ Côte de Nuits
Strukturierte, lagerfähige Rotweine
Pinot Noir mit Tiefe und Würze
Große Weine mit Reifepotenzial
Typisch: Dunkle Kirsche, Erde, Gewürze
Perfekt zu: Wild, Lamm, intensiven Gerichten


☀️ Preisbewusst & zugänglich
➡️ Côte Chalonnaise & Mâconnais
Fruchtbetont, offen, früh trinkbar
Sehr gutes Preis-Genuss-Verhältnis
Ideal für den Einstieg ins Burgund
Typisch: Saftige Frucht, weiche Säure
Perfekt zu: Alltagsküche, Pasta, Käse




💡 Unser Tipp
Burgund muss man nicht „verstehen“, um es zu genießen –
aber wer weiß, wo er anfängt, findet schneller seinen persönlichen Favoriten.

👉 Wer Burgund nicht nur lesen, sondern im Glas erleben möchte, hat bei Fine-Tastery zwei besondere Gelegenheiten:
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Eine vergleichende Verkostung, die zeigt, wie Herkunft, Klima und Terroir den Charakter dieser sensiblen Rebsorte prägen.
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📅 23.01.2026 – Die sechs Schleier des Chardonnay
Eine sensorische Reise durch die verschiedenen Stilrichtungen des Chardonnay – von straff und mineralisch bis komplex und cremig.
Zur Verkostung „Die sechs Schleier des Chardonnay“ →


 
 
 
 
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